Pokerface beim Royal Flush

Kölner Stadt-Anzeiger, Eva Janina Rullmann, 13.01.2008  
Bild: Worring
Turniere für Poker-Erfahrene, aber auch Einführungen in den Fachjargon standen bei der Messe hoch im Kurs.

Zehn, Bube, Dame, König, Ass und alles in einer Farbe. Das ist ein „Royal Flush“ und das beste Blatt, das man beim Pokern auf der Hand haben kann. Doch auch mit weniger guten Karten lässt sich siegen - vorausgesetzt, der Spieler hat das richtige „Pokerface“. Das Glücksspiel - am Tisch oder im Netz gespielt - ist so verbreitet wie nie; 4000 Besucher drängten jetzt zur Kölner Pokermesse ins Eventloft EXPO XXI am Gladbacher Wall, um den Profis ins Blatt zu schauen. „Vom Achtjährigen bis zur 80-jährigen Oma - jeder spielt heute Poker“, behauptet Eventmanager Deniz Yavuz. Nach Frankfurt, München und Nürnberg hatte seine Agentur jetzt Köln als Standort für eine Pokermesse ausgewählt. Neben Turnieren gab es dort Lehrstunden für blutige Anfänger mit einer Einführung in den Szenejargon, in die Regelkunde und die Kartenwertigkeit. Auch das Kartengeben und -mischen will gelernt sein. Ein Crashkurs zum Card-Dealer stand auf dem Programm.

 

Das Besondere an diesem Kartenspiel sei, dass für jeden Spieler alles offen ist, sagt Veranstalter Yavuz: „Beim Poker ist alles möglich, weil der Glücksfaktor eine große Rolle spielt. Es kann passieren, dass ein Amateur einen Weltmeister schlägt.“ Das mag Hoffnungen wecken, doch gerade die darf man beim Pokern nicht zeigen. Ein gutes Blatt ist nämlich nicht einzig entscheidend für den Spielausgang: Vielmehr ist höchste Selbstbeherrschung gefragt, wenn Adrenalin in den Körper schießt. Wer seinen Mitspielern am Pokertisch seine Gefühle verrät, hat schon verloren. Das betont auch der Kölner Pokerprofi Eddy Scharf. Der 54-jährige Pilot spielt seit rund 30 Jahren das Glücksspiel und hat die Erfahrung gemacht, dass sich das Bild des Pokerspielers grundlegend geändert habe: „Vor 15 Jahren waren es eher zwielichtige Gestalten aus Hinterzimmern. Jetzt sind es zum Beispiel 19-jährige Mathematikstudenten, die sehr rational spielen.“

Dass eine Pokerpartie etliche Stunden dauern kann, ist kein Geheimnis. Doch wie lange kann man eigentlich zocken? Acht Spieler wollten es wissen und stellten einen neuen Rekord im Dauerpokern auf. 52 Stunden gaben sie die Karten nicht aus der Hand.

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Imagefilm EXPO XXI